1. KUNSTTURN
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BUNDESLIGA 

SC BERLIN  - TK HANNOVER
- FINALTAG DER MEISTERRUNDE 1999 -
(04-12-99)
- Lilli Henoch Werferhalle, Sportforum Berlin -

(Parallel: SC Cottbus - EnBW KTV Stuttgart)  

 

Medaillenkrimi im Meisterkampf:

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(Mo, 6.Dezember 1999)

Verletzte Helden

Die Kunstturner des SC Berlin werden Dritte in der Mannschafts-Meisterschaft
(von Christian Ewers)

Nur Andreas Wecker hatte keinen Durst. Nachdem er seinen Auftritt am Reck beendet hatte, musste er einem Fernsehteam erklären, wie dieses Ergebnis zu Stande kam: Sieg gegen TK Hannover und damit Platz drei bei der deutschen Mannschafts-Meisterschaft. "Ich bin glücklich", sagte Wecker, "wir hatten viel Pech in der letzten Zeit und sind trotzdem noch weit gekommen." Auch Trainer Siegfried Wüstemann erzählte am Sonnabend viel von Pech und Unglück. "Es war eine sehr schwierige Saison", sagte Wüstemann und schüttelte mit dem Kopf. "Umso mehr freue ich mich über den dritten Platz."
Sieben Wochen auf Krücken
Die Berliner Kunstturner waren als Titelverteidiger in die Meisterschaft gestartet. Doch schon vor dem ersten Wettkampf stand für Andreas Wecker fest, dass dieser Erfolg nicht zu wiederholen sein würde. Der ehemalige Mannschaftskapitän des Berliner SC, Peter Nikiferow, hatte seiner Riege eine Absage erteilt, mit der Begründung, er wolle sich intensiv auf große Wettkämpfe vorbereiten. Darüber ist Wecker, der neue Kapitän, immer noch "verärgert, weil wir mit Nikiferow hundertprozentig Meister geworden wären."
Es blieb nicht allein bei dem Ausfall von Nikiferow: Ende Mai erlitt Robert Hirsch einen Riss der Achillessehne, er musste sieben Wochen auf Krücken laufen und befindet sich bis heute in der Rehabilitation. Hinzu kamen Verletzungen bei Daniel Farago und Dimitri Nonin, die beide über Fußprobleme klagten. Beim klaren Erfolg gegen die Gäste aus Hannover traten die Berliner mit drei gehandicapten Turnern an, selbst Robert Hirsch wurde für zwei Geräte eingeteilt. "Die Verletzen sind meine Helden", sagt Siegfried Wüstemann, "die Jungs sind geturnt, obwohl sie Schmerzen hatten."  Dass Robert Hirsch in der Riege stand, war den einfühlsamen Worten von Wüstemann und Wecker zu verdanken. Hirsch, der in seiner Karriere immer wieder mit bösen Verletzungen zu kämpfen hatte, wollte nach dem Achillessehnenriss eigentlich mit dem Turnen aufhören. "Robert war total frustriert", sagt Wecker. "Aber der Trainer und ich haben ihn noch mal heiß gemacht."
Andreas Wecker selbst war am Sonnabend ebenfalls nicht frei von gesundheitlichen Problemen. Nachdem der Kapitän seine Interviews gegeben hatte stürmte er aus der Halle. "Hab noch einen Termin", sagte Wecker hastig. "Muss zum Zahnarzt, zwei Stunden Wurzelbehandlung."

(Artikel in der Berliner Zeitung vom 6. Dezember 1999

(Siehe auch Bericht von der Finalbegegnung:   SC Cottbus - EnBW KTV Stuttgart)  

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-ehe-  30-10-99