1. KUNSTTURN |
SC COTTBUS - EnBW STUTTGART |
.
Ein drittes Mal und als Hochzeits-Geschenk Die Turner des SC Cottbus wurden überraschend deutscher MannschaftsmeisterBerühmte Sportdörfer hat es zu alten Zeiten im Osten Deutschlands eine Menge gegeben. Trinwillerhagen wurde das Domizil des Pferdsports, in Unterschönau trafen sich die Leichtathleten, in Ströbeck war alles in das Schach verliebt oder in Mühlleithen erwarb man sich Weltruhm mit berühmten Damenskilanglaufrennen. Ein neues Sportdorf ist mit Kolkwitz vor den Toren Cottbus erstanden. Fritz Handrow, der umtriebige Bürgermeister war schneller als sein berühmter Amtskollege in der nahen einstigen Bezirksstadt und ließ für 5,5 Millionen DM mit Unterstützung neuangesiedelter Unternehmen ein Center errichten, das zu einem Schmuckstück und Anziehungspunkt geworden ist. Karneval und Tanz, Ausstellungen und Handball, Kongresse und Turn-Bundesliga. Mit dem lichtdurchfluteten quadratischen Hauptsaal, in welchem durch zwei Schiebewänder drei separate Volleyball-Spielfelder entstehen können, hob man den Bekanntheitsgrad und kurbelte das Geschäft an. "So etwas freundliches und helles erlebt man selten", lobte deshalb auch Weltenbummler Karl-Heinz Zschocke, langjähriger Präsident des Technischen Komitees Männerturnen in der FIG. Am 30. April 1997 war der "Kolkwitzer Dorf-Palast" eingeweiht worden. Fassungsvermögen: 700 Zuschauer. In diesem Kleinod wurden die Turner
des SC Cottbus am Sonnabend deutscher Mannschaftsmeister. Doch auf junge Burschen wie Robert Juckel und Andre Wetzel setzte Cheftrainer Bernd Heide und wurde mit seinem Trainer Gunter Schönherr, seit 22 Jahren in Cottbuser Diensten und 1973 einmal DDR-Vize im Pferdsprung, belohnt. Die Lausitzer schlugen die Schwaben mit 214,575 zu 213,55 Zählern, und da zum gleichen Zeitpunkt der SC Berlin den Geheimtip TK Hannover glatt austurnte, konnten die 700 Zuschauer euphorisch ihre Mannen feiern.
Er hatte am 4. November in aller Stille seine Schulliebe an der Kinder- und Jugendsportschule Forst, die frühere Weltklasseturnerin Karin Jorzik, geheiratet. Er ist der Vater des Cottbuser Männerturnens, deren Abteilung er Ende der siebziger Jahre, Anfang der achtziger vom Punkte null neu aufgebaut hatte. Von seinen Fähigkeiten erfuhr einst auch DTSB-Präsident Manfred Ewald und kommandierte sich den Cottbuser zum neuen DTV-Generalsekretär nach Berlin. Doch dieser lehnte das angetragene Amt ab, worauf ihn der allmächtige Präsident von der Westreise-Liste des auch international geschätzten Kampfrichters strich.
Heide ist heute froh, daß es so
gekommen ist. Er hat im Cottbuser Umfeld immer Freunde gehabt, die ihn auch nach den
politischen Veränderungen die Treue hielten. Er hätte auch das Zeug, Sportdirektor im
DTB zu werden. Doch mit einem Anruf sollte man sich in Frankfurt am Main bescheiden.
"Ich bleibe in Cottbus, so lange ich lebe - und so lange es meine Frau will." Hans-Jürgen Zeume |
| . |
|