SAISON 2000

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- Deutschland -

DER BUNDESLIGA AUFTAKT im OLYMPIAJAHR
......direkt aus der Wettkampfhalle
in Dillingen !!

(GYMmedia-Reportage in Wort und Bild von Reinhard Linder und Eckhard Herholz)

Nachmittags-Wettkampf: Der TKH in der B-Gruppe ....

"Heute morgen wurde ziemlich schlecht geturnt", zieht Bundestrainer Rainer Hanschke ein ernüchterndes Fazit während der Halbzeit des Bundesliga-Auftaktes nach der A-Gruppe am Vormittag in der Dillinger Kreissporthalle:
"Vor allem die Berliner haben enttäuscht."
Er hoffe aber, dass seine Schützlinge aus Hannover, Stuttgart und Chemnitz dann in der zweiten Gruppe, besser in Schuss sind......

Sein Tipp kurz vor Wettkampfbeginn der B-Gruppe am Nachmittag:
"Hannover oder Stuttgart: Einer von beiden gewinnt."

Was dieser Tipp wohl wert war ....?

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Bundestrainer Hanschke:
Unzufrieden ...

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1. Durchgang:

Am Anfang erst mal nichts.

Nach einer desolaten Vorstellung mit drei Siebener-Wertungen am Boden lagen die Stuttgarter mit 32,05 Punkten zunächst auf dem letzten Platz. Ganz knapp schlagen die Gastgeber TG Sar mit einem überragenden Valeri Pereshkura (Yurtchenko-zweieinhalbfach-Schraube, 9,5 Punkte) die Hannoveraner Riege, die trotz eines Absteigers von Marius Toba am Pauschenpferd, der ihm nur 8,85 Punkte einbrachte - noch 35,9 Punkte holten.

Trotzdem waren die Hannoveraner auf bestem Wege, eine runde Mannschaftsleistung abzuliefern, diesem Team traute man eine Steigerung zu .....

Marius Toba
ist unmittelbar vor seinem Einsatz noch zu Späßchen aufgelegt...

2. Durchgang: Am zweiten Gerät läuft es tatsächlich für beide Teams besser:
Dennis Hoffmeister legt an den Ringen 8,6 Punkte vor, Nistor Sandor erhöht auf 9,15 Punkte, Toba lieferte gewohnt sichere 9,55 Punkte ab und Pfeifer ist mit 9,4 zufrieden.

Auch die geschockten Stuttgarter fangen sich:
Robert Mai schwingt sich auf 8,7 Punkte, Thomas Andergassen (9,0) zeigte bei seinem ersten Bundesliga-Auftritt Nervenstärke, Stefan Zapf holt immerhin 9,2 Punkte und Alexander Beresh überragende 9,75.

Damit setzen sich die Hannoveraner erst einmal mit 72,60 Punkten an die Spitze des Feldes, knapp vor der TG Saar.

Mit einigem Abstand folgen Chemnitz, Stuttgart und Oppau.

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Debütant Thomas Andergassen und Waleri Belenki: Letzte Tipps vorm Wettkampf: Der junge Stuttgarter holte 9 Punkte.

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EnBW Stuttgart - hier mit Stefan Zapf, für den es glänzend an den Ringen lief .....

3. Durchgang:
An den Ringen kommen die Stuttgarter endlich in Schwung.

Teamchef Jürgen Garziella atmet auf, als er die Ergebnisse zusammenrechnete. Mit 37 Punkten gewinnt seine Mannschaft das Gerät und rückt nun auf den zweiten Platz vor. Unangefochten an der Spitze aber bleiben die Hannoveraner, die am Sprung ein keineswegs hervorragendes, aber wenigstens ordentliches Ergebnis ablieferten. Pfeifer bekommt seinen "Roche" nicht ganz in den Griff, stößt aber auf verständnisvolle Kampfrichter, die ihm noch 9,15 Punkte geben.

4. Durchgang:
Hannover hat seinen ganz starken Auftritt am vierten Gerät, dem Barren: "Oldy" Ralf Büchner ist noch der Schlechteste - holt aber  9,0 Punkten.
Nistor Sandro und Marius Toba wurden mit jeweils 9,5 Punkten nicht zu schlecht bedient, Pfeifer übertrumpft die beiden sogar noch mit 9,60!.
Stolze 37,6 Punkte dürfen die Niedersachsen ihrem Konto gutschreiben.
Das Restprogramm können sie in Ruhe angehen...
...zumal die Stuttgarter weiter patzen: Am Sprung setzen sowohl Stefan Zapf als auch Alexander Beresch ihre Überschlag-Doppelsalti sehr unsicher auf die Matte und bleiben in den Achter-Wertungen hängen. Bester Stuttgarter ist Robert Mai mit seinem Kasamatsu.

5. Durchgang: Olaf Nienstedt reiht sich am Reck in die Leistung seiner Mannschaftskameraden nahtlos ein: Zwar ohne überragende Übung erturnen die Hannoveraner solide 35 Punkte vor ihrem Angstgerät, dem Boden. Damit liegen sie jedoch- fast uneinholbar in Führung. Doch Teamchef Wulf Greite schwant Böses: Am Boden sind nämlich  ruck-zuck.... vier Punkte weg ....!!
Währenddessen steigen die Stuttgarter Zimmermann und Uwe Billerbeck unreiwillig vom Barren ab. Garziella muss einen Joker setzen - und der sticht. Der Abiturient Alexander Otto rettet mit 8,75 Punkten nach Zapfs solider und Bereshs überragender Kür den Vorsprung vor dem Dritplatzierten Chemnitz.

6. Durchgang:.... nun "drohte" den Schwaben das Reck, an dem bekanntlich viel passieren kann... aber Ende gut, alles gut.

 

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Bester Mehrkämpfer: Sergej Pfeifer
Auch war er der einzige Turner, mit dem Bundestrainer Hanschke wenige Wochen vor den Europameisterschaften zufrieden war.

Das Team von Reinhard Rückriem verzichtet am Boden auf Patzer und "schaukelte" seinen Vorsprung sicher nach Hause, und auch die Schwaben bleiben ebenfalls ziemlich manierlich am Reck "kleben" - Uwe Billerbeck allerdings nur dank Improvisationsgeschicks - und überragender Turner war dort einmal mehr der Ukrainer Alexander Beresh, der mit 9,65 Punkten den Tageshöchstwert am Königsgerät aufstellte.
Bester deutscher Turner des gesamten Wettkampfes war Sergej Pfeifer, der mit 55,85 Punkten auch das höchste Mehrkampfresultat erzielte, auch wenn er am Ende seiner Bodenübung im 6. Durchgang nicht mehr voll zu turnen brauchte...also noch Reserven hat.

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Rückriem & Team: Gratulation...!
....denn wenn man bei Trainer Reinhard Rückriem ein winziges Lächeln im Mundwinkel zu erkennen glaubt, dann will das schon eine Menge bedeuten...!!

Ende gut, alles gut: In den Hannover- und Stuttgart-Teams kam langsam die  Freude auf.
Zufrieden mit seinem Stuttgarter-Team war Jürgen Garziella:
"Der zweite Platz ist hervorragend. Mehr war nicht drin, weil wir auf Belenki verzichten mussten. Boden und Sprung waren nicht so toll, aber vor allem am Pauschenpferd und an den Ringen ist es sehr gut gelaufen. Man muss auch sehen, dass wir einige junge Leute in unsere Mannschaft eingebaut haben. Bis Herbst werden auch Belenki und Sergei Erjutin wieder fit sein."

Bundestrainer Hanschke hatte also richtig getippt, war aber insgesamt unzufrieden: Nur die Leistung von Sergei Pfeifer habe gestimmt!


TKH-Teamchef Wulf Greites Fazit:

"Das war Klasse! Jetzt haben wir eine hervorragende Ausgangsposition für die Rückrunde. Jetzt haben wir erst einmal Stuttgart geschlagen. Aber wir müssen noch gegen Berlin, Cottbus und Halle antreten. Das wird schwer."

Dann lief die Gratulationskur im Siegerteam, das die ausgeglichenste Mannschaftsleistung aller 10 Erst-Bundesligateams ablieferte!
. Fazit:
Es knirscht noch Sand im Getriebe einiger Bundesligisten.
Ohne die ausländischen Turner, die durch die Bank zwar einsame Klasse waren, stünde das deutsche Turnen ziemlich mickrig da. Nur Wenige konnten überzeugen, am meisten noch Sergei Pfeifer (55,85), der als einziger Nationalturner wirklich fehlerfrei blieb. Einigermaßen mithalten konnten noch Dimitri Nonin aus Berlin und der Saarländer Sergei Charkow, die allerdings mit leichten Blessuren an den Start gingen. Zu viele Fehler unterliefen den anderen deutschen Turnhoffnungen, wie   Sven Kwiatkowski (Chemnitz), René Tschernitschek oder Stefan Zapf (Stuttgart). Dass sie turnen können, haben sie schon bewiesen. Nur müssen sie es eben auch einmal in einem Wettkampf an allen sechs Geräten zeigen

.

( Aus Dillingen berichtete für den TKH GYMmedia-Korrespondent
Reinhard Linder)

 
Vormittags-Wettkampf: A-Gruppe
Mit einer faustdicken Überraschung hat die Bundesligasison der deutschen Kunstturner im saarländischen Dillingen begonnen. Der SV Halle setzte sich in der Gruppe A gegen Vorjahresmeister SC Cottbus mit 212,45 zu 211,48 Punkten durch obwohl bei den Lausitzern Alexander Swetlitschn mit 56,53 Punkten das beste Mehrkampfresultat erzielte. Dritter wurden die ersatzgeschwächten Berliner (208,30), die ohne Andreas Wecker antreten mussten.
Halles Trainer strahlte nach dem Bekanntwerden des Endergebnisses: "Wir haben stabil geturnt und mit Roman Zozulya, mit dem zweitstärksten Einzelresultat von 55,20, einen hervorragenden Mann geholt. Zu feiern gibt es aber noch nichts. In der Finalrunde werden die Berliner mit Wecker ganz schön stark sein." Der verletzt angetretene Oliver Walther ist da optimistischer: "Wir haben eine starke Mannschaft und können uns noch steigern."

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Lächelnd nimmt Uwe Ronneburg (rechts)
die Gratulation seines Cottbuser Kollegen
Gunter Schönherr entgegen.

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Alles Rechnen nutzt Coach Wüstemann nichts: Sein SC Berlin bleibt Dritter..

Bernd Heide, Trainer des SC Cottbus, ist mit dem zweiten Platz zufrieden, "...nicht aber mit der Leistung".
Siegfried Wüstemann vom SC Berlin ist sichtlich enttäuscht über das Abschneiden seiner Riege, die mit Standschwierigkeiten zu kämpfen hatte: "Das war nicht gut, wie sie geturnt haben. Nur die Ringe waren o.k., alles andere aber war schlecht. Allerdings konnten Nikiferow und Farago wegen Fußverletzungen nicht voll eingesetzt werden."

In der Abstiegsrunde im Herbst 2000 sehen sich Bremen 1860 - ttrotz der 54,60-Punkte eines Dorin Petcu als drittbesten Mehrkämper, aber insgesamt nur 201,90 Punkten und der FC Bayern München mit indiskutablen179,75 Punkten wieder.
Als Favorit in der Gruppe B heute Nachmittag gilt der TK Hannover, der mit Sergei Pfeifer - dem Turner mit dem höchsten Ausgangswert aller deutschen Turner -   und mit Marius Toba zwei Athleten in Topform aufbieten kann. Ernst zunehmende Konkurrenten sind die EnBW KTV Stuttgart, die auf den verletzten Valeri Belenki verzichten muss und die KTV Chemnitz. Gespannt sein darf man auf das Abschneiden von Gastgeber SG Saar, die neben Sergei Charkow und mit der Neuverpflichtung Valeri Pereshkuras (Ukraine) einen zweiten starken Sechskämpfer aufbietet. Vom TB Oppau ist hingegen nicht zu erwartet, dass er sich für die Finalrunde qualifiziert.

(Reinhardt Linder)

Und am Nachmittag lief dann die Entscheidung in der B-Gruppe.....

.


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